C.D. Friedrich: "Der Wanderer über dem Nebelmeer": Bildbetrachtung zur goldenen Konfirmation
- 22. März
- 12 Min. Lesezeit
Gottesdienst zur goldenen Konfirmation des Jahrgangs 1975/76 am 22. März 2026 in der Martin-Luther-Kirche in Staufen mit Gedanken zu dem berühmten Gemälde von Caspar David Friedrich.

Quelle: Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer (1818)
Begrüßung/ Einstimmung
Einen wunderschönen guten Morgen! Ich möchte Sie alle ganz herzlich zu unserem Festgottesdienst begrüßen! Ein besonderes Willkommen all denjenigen, die heute ihr Konfirmationsjubiläum feiern: Vor 50 Jahren wurden Sie hier in der Martin-Luther-Kirche konfirmiert: im Frühjahr 1976. Heute feiern Sie Ihre goldene Konfirmation. Schön, dass Sie alle mit dabei sind. –
Zur Einstimmung auf diesen Gottesdienst ein paar Zeilen aus einem bekannten Lied aus Brasilien:
Ich sind dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben.
Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde,
du Quelle des Lebens. Dir sing ich mein Lied.
Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben.
Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben.
von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst,
du Hüter des Lebens. Dir sing ich mein Lied.
So wie eine Glocke ihren ganz eigenen Klang hat und auch ihren ganz eigenen Rhythmus beim Schwingen, so hat Gott Sie alle als einmalige und einzigartige Wesen erschaffen. Und die Kunst des Lebens besteht darin, diese Einmaligkeit, die Gott jedem Menschen geschenkt hat, zum Leuchten und zum Klingen zu bringen. Sich in den Rhythmus Gottes einzuschwingen. Alter und Aussehen spielen dabei keine Rolle: Die Glocke auf dem Titelbild ist sicher nicht mehr die Neuste. Aber der Klang ist vermutlich noch der Gleiche wie ganz am Anfang.
Daran möchten wir Sie heute erinnern. Und auch daran, dass unser Gott in all den Jahren gleich geblieben ist. Seine Treue und seine Liebe zu uns Menschen hat sich nicht verändert. Seinen Segen möchten wir Ihnen heute zusprechen.
Gebet & Zuspruch
Allmächtiger, ewiger Gott, wir danken dir für den besonderen Tag, den unsere Jubelkonfirmanden heute erleben dürfen: 50 Jahre nach ihrer Konfirmation. Wir danken dir für die Begegnungen mit den Klassenkameraden und die gemeinsame Zeit! Wir danken dir für diesen Gottesdienst!
Vater im Himmel, wenn wir heute zurückblicken auf die 50 Jahre seit unserer Konfirmation, dann fällt uns eine Menge ein, wofür wir dir danken können: Wir danken dir für alles Glück und für alle Freude, die du in unser Leben hineingelegt hast, für unsere Familien und für unsere Freunde, für alles, was uns im Beruf gelungen ist, für alles, was wir gestalten und genießen konnten in diesen Jahren!
Barmherziger Gott, manches ist aber auch ganz anders gekommen, als wir es uns erhofft haben: Manche Wünsche und Träume der Jugendzeit sind schmerzhaft zerbrochen. Wir danken dir, dass du uns dennoch die Treue gehalten hast – auch wenn uns deine Wege manchmal rätselhaft geblieben sind.
Vater im Himmel, wir denken heute aber auch daran, wo wir versagt haben; wo wir anderen Menschen deine Liebe schuldig geblieben sind oder wo wir anderen durch unsere Fehler Schmerzen bereitet haben. Auch das müssen wir dir bekennen, dass wir manche Wege im Leben ohne dich gegangen sind – und dich manchmal sogar ganz aus den Augen verloren haben.
Vater im Himmel, wir bitten dich: Vergib uns, was nicht gut war. Nimm alles Belastende von uns und lass uns spüren, dass du für uns sorgst! Im Vertrauen auf deine Güte bitten wir: Herr, erbarme dich!
Vor Gott dürfen wir ehrlich sein. Wir dürfen ihm sagen, wie es uns gerade geht. Und zugleich dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns wieder aufrichtet und uns seine Gnade schenkt.
Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Amen.
Predigt & Bildbetrachtung
Liebe Jubelkonfirmanden, liebe Gemeinde, ich möchte heute über ein Bild von Caspar David Friedrich mit Ihnen nachdenken: „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818). Vor zwei Jahren wurde ja sein 250. Geburtstag groß gefeiert. Über Fastnacht war ich mit meiner Frau in Hamburg. Da stand ich in der Kunsthalle vor diesem Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ und habe es lange auf mich wirken lassen.
Es ist eines der bekanntesten Gemälde von Caspar David Friedrich. Und ich finde, es passt wunderbar für das Fest der goldenen Konfirmation: Denn so wie dieser Wanderer auf dem Gipfel eines Berges steht, so können auch Sie auf manches stolz sein, wenn Sie heute auf Ihr Leben zurückblicken.
Zugleich stehen Sie aber erneut an einem Knotenpunkt in Ihrem Leben: Die allermeisten von Ihnen werden demnächst aus dem beruflichen Leben ausscheiden oder sind es bereits. Nicht selten wird dieser Übergang in den Ruhestand auch als Abstieg empfunden. Genau wie bei diesem Wanderer: Wenn er die Aussicht genossen hat, muss er wieder ins Tal hinabsteigen. In dieser Weise möchte ich heute dieses Gemälde mit Ihnen bedenken.
Zunächst möchte ich Sie aber bitten, sich einen Moment selber Gedanken darüber zu machen: Tauschen Sie sich doch einen Moment mit Ihrem Nachbarn oder Ihrer Nachbarin darüber aus, was Ihnen bei diesem Bild durch den Kopf geht – eben in Verbindung mit dem Fest der goldenen Konfirmation ...

Mir sind im Blick auf das goldene Konfirmationsjubiläum vor allem drei Gedanken wichtig geworden:
1) So wie dieser Wanderer die Aussicht genießt, können sicher auch viele von Ihnen dankbar und stolz auf das zurückschauen, was Sie in den letzten 50 Jahren geleistet, erreicht und aufgebaut haben.
Auf dem Bild von Caspar David Friedrich sieht man eine Person mit Gehrock und Wanderstock auf dem Gipfel eines Berges. Man sieht die Person zwar nur in Rückenansicht. Aber gerade durch diese Perspektive wird man als Betrachter unwillkürlich hineingezogen in dieses Bild: Man kann gar nicht anders, als in die gleiche Richtung zu schauen wie dieser Wanderer. Sein Blick ist auch unser Blick.
Der Aufstieg war sicher lang und mühsam: Doch nun darf er eine grandiose Aussicht genießen. Manches liegt zwar im Nebel. Einige markante Berggipfel sind allerdings klar und deutlich zu erkennen.
Was fällt Ihnen ein, wenn Sie heute auf die letzten 50 Jahre Ihres Lebens zurückblicken? Das Glück in Ihrer Familie vielleicht: Eine erfüllende Partnerschaft. Das Geschenk eigener Kinder. Vielleicht haben Sie auch schon Enkel.
Anderen fällt vielleicht die berufliche Karriere als erstes ein: Die Ausbildung oder das Studium. Der Aufstieg in der Abteilung oder der Aufbau einer eigenen Firma. Verdienste im Verein oder in der Kirchengemeinde. Erfolge vielleicht auch in der Kommunalpolitik. Oder der Bau des eigenen Hauses.
Wieder anderen denken zuerst an gute Freunde und Begleiter auf dem Weg durchs Leben: Menschen, mit denen man eine Menge erlebt hat. Menschen, denen man vieles verdankt.
Man muss es vielleicht nicht ganz so pathetisch sehen, als ob man mit 65 Jahren auf dem Gipfelpunkt seines Lebens angelangt ist. Aber an einem Tag wie heute dankbar auf all die kleinen und großen Erfolge zurückzublicken, das fände ich schon eine gute Gelegenheit.
Man muss sich dabei auch gar nicht ständig auf die Schulter klopfen. Denn indem man sich bei Gott für seinen Segen im Leben bedankt, wird man zugleich auch daran erinnert, dass gar nicht alles nur unser eigener Verdienst war.
Manchmal hatte man einfach nur Glück. Manches ist einem zugefallen, ohne dass man viel dafür getan hat. Manches ging einem deshalb gut von der Hand, weil Gott uns seinen Segen geschenkt hat. Und manchmal war man einfach nur im richtigen Augenblick an der richtigen Stelle.
In der Bibel in 5. Mose 8, 13ff gibt es einen Abschnitt, der uns eindringlich daran erinnert, nicht alles dem eigenen Vermögen zuzuschreiben: „Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst … Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen. Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist's, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vorfahren geschworen hat.“
Liebe Gemeinde, wir dürfen uns daran freuen, was uns gelungen ist und was wir erreicht haben. Und wir dürfen auch mit Stolz auf unser Leben zurückblicken. Aber wir sollten eines dabei nicht vergessen: Das Entscheidende hatten wir oft genug nicht selber in der Hand. Und deshalb ist für mich persönlich ein ganz großes Thema der goldenen Konfirmation die Dankbarkeit:
„Danke, lieber Gott, für deinen Segen! Danke für die Begabungen, die du mir geschenkt hast! Danke für deine Bewahrung! Danke für die vielen glücklichen Fügungen in meinem Leben! Danke für die Menschen, mit denen du mich zusammengeführt hast!“
2) Ein zweiter Aspekt beim Rückblick auf die vergangenen Jahre: Dem Wanderer auf unserem Bild von Caspar David Friedrich bleibt manches durch den dichten Nebel verborgen.
Auch das gehört zu einem ehrlichen Rückblick dazu: Nicht alles lief so toll wie wir es uns gewünscht haben. Nicht immer haben wir uns besonders vorbildlich verhalten. Manches blieb wahrscheinlich auch in Ihrem Leben unfertig oder halbfertig. Manches haben Sie vielleicht auch verbockt. Manches vielleicht auch versäumt. Und manches würden Sie vielleicht liebend gerne rückgängig machen, wenn es denn nur ginge.
Mir selber geht das in den letzten Jahren ziemlich oft durch den Kopf: Viel mehr als früher plagen mich immer wieder auch viele selbstkritische Fragen: Was bleibt übrig von dem, was ich im Leben getan und bewegt habe? Was war wirklich wertvoll und von Dauer? Und was war vielleicht nur leeres Stroh?
Wo konnte ich Menschen wirklich weiterhelfen? Und wo war ich vielleicht keine große Hilfe oder nur ein schlechter Ratgeber? Wo habe ich meine Lebenskraft für Dinge vergeudet, die es am Ende niemals wert waren? Und wie wird Gott das alles einmal beurteilen, auf das ich oft so stolz bin?
Keine angenehmen Fragen. Aber ich finde, wir sollten sie nicht einfach wegschieben. Denn auch diese Erfahrungen sind Teil unseres Lebens und unserer persönlichen Geschichte.
Bei Beerdigungen lese ich oft Psalm 90 vor. Viele haben diese Verse vielleicht auch im Ohr: Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch oft nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.
Oft nur vergebliche Mühe: Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich, wenn Sie wie dieser Wanderer auf dem Gipfel stehen und auf Ihren Lebensweg zurückblicken: Da gab es nicht nur die großen Höhepunkt und Erfolge. Sondern vielleicht auch manches, woran wir nicht gerne erinnert werden.
Aber auch das sollten wir aushalten, weil es Teil unseres Lebens war und ist. Und auch an dieser Stelle ist mir der Glaube eine große Hilfe: Ich muss nicht ausblenden, was nicht gut war, sondern ich darf um Vergebung bitten.
Ich darf loslassen und an Gott abgeben, was ich eh nicht mehr rückgängig machen kann. Ich darf Gott darum bitten, dass er vollendet, was ich selber nicht geschafft habe. Und ich darf darauf hoffen, dass Gott auch den Menschen nachgeht, denen ich vielleicht nicht gerecht geworden bin.
Psalm 37 Vers 5 war früher ein ausgesprochen beliebter Konfirmandenspruch. Mir ist dieser Vers auch heute noch ein großer Trost: „Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen“.
Auch das, was in unserem Leben im Nebel liegt, auch das, woran wir nicht gerne erinnert werden und wo wir am liebsten den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten würden, dürfen wir Gott anbefehlen: Gott wird es wohlmachen. Er kann sogar aus unseren Fehlern Gutes entstehen lassen. Gott kann dafür sorgen, dass uns auch solche Erfahrungen zum Besten dienen.
3) Bleibt noch der dritte Aspekt bei diesem Wanderer im Nebel: Der Blick nach vorne. Der unvermeidliche Abstieg.
Ich habe es schon erwähnt: Irgendwann in den 60ern heißt es Abschied zu nehmen vom Berufsleben. Gleichzeitig haben die meisten nach der durchschnittlichen Lebenserwartung aber noch einige Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte vor sich.
Erneut also ein Knotenpunkt im Leben: Bei der Konfirmation vor 50 Jahren neigte sich die Schulzeit dem Ende zu. Man war auf dem Weg, erwachsen zu werden. Man war kein Kind mehr. Das Leben mit seinen tausend Möglichkeiten lag vor einem.
Den Übergang in den Ruhestand empfinden viele dagegen nicht so euphorisch: Man freut sich zwar darauf, dass man den beruflichen Stress hinter sich lassen kann. Aber man muss auch manches abgeben und loslassen: Man verliert Macht und Einfluss. Man muss in die zweite Reihe zurücktreten.
Nicht selten signalisiert einem auch der Körper, dass man die besten Jahre inzwischen hinter sich hat. Es muss öfter gebangt und gebetet werden. Und man muss in diesen Jahren den schwarzen Anzug öfter als früher aus dem Schrank holen.
Umso passender finde ich es, dass auch dieser Knotenpunkt im Leben mit einem kirchlichen Fest zusammenfällt: Für alles Schöne der kommenden Jahre, aber auch für alles, was uns mit Sorgen erfüllt, dürfen wir Gott um seinen Segen bitten. Und wir dürfen gewiss sein, dass Gott uns begleitet. –
Wer mich kennt, der weiß, dass ich das Wort „Ruhestand“ überhaupt nicht mag: Keiner soll sich auf die faule Haut legen. Man scheidet lediglich aus dem Berufsleben aus. Mehr nicht. Und man bekommt für seine Arbeit keine direkte Entlohnung mehr. Aber dass sich jetzt alle aufs Sofa setzen oder ein Wohnmobil kaufen und nur noch Europas Campingplätze unsicher machen: Das wäre doch eine grandiose Verschwendung von Begabungen und Talenten.
Ich gönne es jedem, dass man es in diesen Jahren etwas ruhiger angehen lassen kann. Aber die Welt braucht Sie auch weiterhin. Und ich bin sicher, dass Gott viele viele Ideen hat, wie Sie auch im neuen Lebensabschnitt anderen Menschen mit ihren Begabungen dienen können.
„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“: Dieses Versprechen Gottes an Abraham gilt auch denen, die Abschied vom Berufsleben nehmen müssen oder dürfen. Wir sollen uns auch weiterhin in unserer Gesellschaft einbringen – auch wenn wir nicht mehr für jeden Handgriff Geld bekommen. –
Zum Schluss möchte ich Sie bitten, einen allerletzten Blick auf das Bild von Caspar David Friedrich zu werfen: Sehen Sie den Berg links vom Wanderer? Auch wenn die Person übergroß dargestellt ist: Jener Berg ist höher als er. Aber genau auf diesen Berg hat sich die Person ausgerichtet.

Für mich öffnet sich durch diesen Berg der Blick auf die Ewigkeit: Unsere Lebensreise endet gerade nicht mit dem Abstieg ins Tal. Als Christen dürfen wir immer auch die Welt Gottes im Auge behalten: Das große Ziel unseres Lebens. Die Gemeinschaft mit Gott – jenseits aller Vergänglichkeit.
Jemand ist aufgefallen, dass der Wanderer überhaupt keinen Rucksack hat: Er hat alles abgelegt, was ihn am Gehen hindert. Nur am Gehstock hält er sich fest. Auch wieder ein Gleichnis: Für unsere Lebensreise wird mit den Jahren das immer wichtiger, was uns Halt gibt. Das Vertrauen auf Gott. Die Kraft Gottes und sein Segen, wenn unsere körperlichen Kräfte mit der Zeit weniger werden.
Was wir als Verdienste und Erfolge im Rucksack tragen, ist auf dem Weg in die Ewigkeit nicht mehr so wichtig. Viel wichtiger ist gerade in dieser Zeit das, was Gott uns schenkt: Seine Nähe und seine Kraft an jedem Tag. Sein Halt gerade in den beschwerlichen Zeiten. Aber auch eine grandiose Aussicht: Eine Hoffnung jenseits aller Vergänglichkeit. Amen.
Fürbittengebet & Vater Unser
Gnädiger Gott, wir danken dir, dass wir diesen Festtag heute gemeinsam mit unseren Klassenkameraden erleben dürfen! Wir danken dir für deinen Segen in den zurückliegenden Jahren: Für alles, was uns gelungen ist. Für alles, was wir gestalten konnten. Für alles Glück und für alle Freude.
Danke für die deine Bewahrung in schwierigen Zeiten.
Wir danken dir für den Wohlstand in unserem Land: Den meisten von uns geht es – im Blick auf die äußeren Verhältnisse – gut. Auch für diesen Segen möchten wir dir danken!
Wir danken dir für alle lieben Menschen, die unseren Weg begleitet haben: für unsere Ehepartner, für unser Kinder, für unsere Freunde und Bekannten. Für alles, was unser Leben reicht macht, möchten wir dir heute ganz herzlich Danke sagen!
Wir bitten dich: Begleite uns, wenn nun für viele ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Lass uns zuversichtlich die nächsten Schritte gehen. Schenke uns ein offenes Ohr dafür, was du mit uns vorhast.
Großer Gott, wir denken heute zurück an die Zeit unserer Konfirmation und was sich seither verändert hat: Wir alle sind älter geworden. So vieles ist in unserer Welt anders geworden in den vergangenen Jahrzehnten. Auch wir selbst haben uns verändert und sind vom Leben geformt worden. Aber du, Herr, bist der Gleiche geblieben: In deiner Treue hast du uns begleitet durch all die Jahre hindurch.
Wir danken dir für unsere Gesundheit und für unsere körperlichen Kräfte. Wir bitten dich heute aber auch für solche Menschen, die krank geworden sind: Schenke du ihnen Kraft, ihr Los zu ertragen. Und wenn es möglich ist, lass sie doch wieder gesund werden.
Wir bitten dich auch für alle, die Schweres erlebt haben und Schweres ertragen müssen:
Hilf uns, trotz dieser Erfahrungen am Glauben festzuhalten. Hilf uns, ganz nahe bei dir zu bleiben – auch dann, wenn wir deine Wege mit uns einmal nicht verstehen.
Vater im Himmel, wir bitten dich heute auch für alle, die in den Krisengebieten dieser Welt leben; wir bitten dich für alle, die unter Krieg, Terror und Gewalt leiden: Erbarme dich über unsere zerrissene Welt. Schenke Frieden in der Ukraine. Schenke Frieden im Nahen und Mittleren Osten. Schenke uns deinen Frieden, der in unseren Herzen beginnt und dann Kreise zieht!
Wir bitten dich für das Zusammenleben in unserem Land: Hilf, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren. Hilf, dass wir im Gespräch bleiben – auch bei unterschiedlichen Meinungen. Lass uns besonders die Schwächeren in unserer Gesellschaft nicht aus dem Blick verlieren und gemeinsam für sie einstehen.
Vater Unser im Himmel …
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Gott segne Sie! Ihr Theo Breisacher, Pfarrer in Staufen und Münstertal



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