"Einen Atemzug lang ist die Welt offen..."
- 21. Dez. 2025
- 11 Min. Lesezeit
Musikgottesdienst am 21. Dezember 2025 - 4. Advent - in der Martin-Luther-Kirche in Staufen über die "Kraft der Weihnachtsgeschichte" mit festlicher Musik für Posaune und Orgel.

Quelle: Adobe Stock
Begrüßung & Einstimmung
Einen wunderschönen guten Morgen! Festliche Musik für Posaune und Orgel: Wir begrüßen ganz herzlich in unserer Mitte den Posaunisten Albert Maier aus Freiburg und Frau Professorin Christiane Lux aus Staufen. Vielen Dank, dass Sie heute Morgen für uns musizieren!
Vor kurzem habe ich eine Grußkarte mit folgendem Text geschenkt bekommen:
Heute Nacht hängt, wie damals über jedem Haus ein Stern.
Einen Atemzug lang ist die Welt offen, und du ahnst einen Weg zwischen Krippe und Kreuz.
Vielleicht …
Heute Nacht hängt über deinem Haus das Zeichen. Wie damals.
Von Ingeborg Pacher-Gossel stammen diese Zeilen. Im ersten Moment kamen mir diese Gedanken etwas zu dick aufgetragen vor: „Einen Atemzug lang ist die Welt offen …“ Besteht da nicht die Gefahr, dass man dieses besondere Fest mit Erwartungen überfrachtet? Weckt man da nicht die Hoffnung, als ob unsere Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies wenigstens einen Abend im Jahr erfüllt würde? Das will ich gewiss nicht, das Weihnachtsfest mit unerfüllbaren Hoffnungen und Wünschen überfrachten. Denn das kann nur schief gehen.
Und doch geht von diesem Fest ein geheimer Zauber aus, dem man kaum widerstehen kann: An Weihnachten sind selbst strenge Eltern milder und zugänglicher als sonst. Nicht selten erinnert man sich gerade an Weihnachten an solche Menschen, mit denen man sich schon seit Jahren entzweit hat und wünscht sich Versöhnung. Gefängnis-Seelsorger berichten davon, dass selbst „harte Jungs“ an diesem Abend nachdenklicher, empfindsamer und weicher sind als sonst.
Dem möchten wir heute Morgen nachspüren: der Kraft des Weihnachtsfestes. Vielleicht gibt es das ja doch: Quasi ein Zeitfenster, in denen Menschen für einen Augenblick besonders empfänglich sind für Liebe und Versöhnung. Vielleicht auch für Gott und die Botschaft von Jesus Christus.
Vielleicht stimmt es ja doch, dass die Welt „einen Atemzug lang offen“ ist. Wenn es geschieht, ist es immer ein besonderes Geschenk. Aber man muss es nutzen: diese offene Zeitfenster. Man darf diese Nachdenklichkeit nicht sofort wieder mit Unterhaltung und Zerstreuung zudecken.
Ich wünsche uns einen gesegneten Gottesdienst!
Gebet am Anfang
Herr Jesus Christus, du kommst auf diese Welt, weil du ganz nahe bei uns Menschen sein möchtest.
Du bist damals in Bethlehem als kleines Kind auf die Welt gekommen. Aber du kommst heute als der starke Helfer, dem kein Problem zu groß oder zu schwer ist.
Du willst dort wohnen, wo es keine Freude mehr macht, zu wohnen.
Du kannst den Hunger stillen auf dieser Welt – den Hunger nach Brot und den Hunger nach Erfüllung und Glück.
Du kannst den Menschen das Gesicht zurückgeben, das sie vielleicht schon lange verloren haben.
Du willst in jedem Haus und in jedem Land die Kraft der Versöhnung sein.
Wir danken dir, dass du nicht das kleine, schwache Kind in der Krippe geblieben bist.
Aber manchmal spüren wir nur wenig von deiner Macht. Manchmal müssen wir lange beten und lange warten, bis du endlich eingreifst.
Wir bitten dich: Schenke uns Geduld. Gib uns Kraft und Ausdauer und ein großes Vertrauen in dich, wenn wir lange auf eine Veränderung warten müssen.
Öffne uns die Augen dafür, dass du oft im Verborgenen am Wirken bist.
Segne diesen Gottesdienst und sprich zu unseren Herzen, damit wir von deiner Liebe angerührt werden. Amen.
Ansprache TeiI I – Die geheimnisvolle Kraft der Weihnachtsgeschichte
„Einen Atemzug lang ist die Welt offen“: Manchmal schenkt Gott uns ein offenes Zeitfenster, in der Versöhnung möglich ist. Manchmal schaffen wir es, uns einen Ruck zu geben. Manchmal bringen wir endlich die Energie und den Mut auf, den ersten Schritt zu machen.
Das ist auch das Thema eines kurzen Filmclips: Es war vor einigen Jahren der Werbefilm einer großen Supermarktkette in der Weihnachtszeit. Mutter und Tochter hatten sich zerstritten und gingen jahrelang getrennte Wege. An Weihnachten entschließt sich die Mutter, sich auf den Weg zur Tochter zu machen. Der Weg ist lang – in dem Film – und zahlreiche Hindernisse muss sie überwinden. Aber am Ende versöhnen sich die beiden Frauen …

Es ist Weihnachten: Zeit sich zu versöhnen: Natürlich kann man es kritisch sehen, dass Supermärkte solche Themen aufgreifen, um für den Konsum Werbung zu machen. Man kann es auch anders sehen: Als offenes Zeitfenster gerade in einer Zeit, in der Trubel und Konsum alles beherrschen. Was ist das für ein Fest, von dem eine solche Kraft ausgeht? Wir sollten aber auch den Zauber nicht geringschätzen, der von diesem Fest ausgeht. Und die Chancen beim Schopf ergreifen.
Freilich hat man keine Garantie dafür, dass die Versöhnung auch immer gelingt. Vor einiger Zeit hat mir jemand erzählt, dass er seit Jahren keinen Kontakt zur Familie seines Kindes hat – obwohl er immer wieder einen Anlauf genommen hat. Obwohl er immer wieder die offene Hand ausgestreckt hat.
So wie zum Streiten immer zwei gehören, so müssen auch zur Versöhnung beide Seiten bereit sein. Das kann man nicht erzwingen. Den Erfolg kann man nicht garantieren. Aber man sollte die Chance nutzen, wenn sich eine besonders günstige Gelegenheit ergibt. Vielleicht geschieht das ja an Weihnachten. Vielleicht aber auch in einer anderen Situation. -
Anselm Grün, der bekannte Pater und Schriftsteller, ist der Frage nachgegangen, weshalb sich gerade im germanischen Kulturkreis die Feier des Weihnachtsfestes so tief in die Seele der Menschen eingegraben hat. Mehr als Ostern, das Fest der Auferstehung: das größte aller christlichen Feste.
Anselm Grün sieht den Grund darin, dass die Germanen bereits vor ihrer Hinwendung zum christlichen Glauben im Winter die zwölf Rauhnächte besonders begangen haben: In diesen Nächten während der Wintersonnenwende, in denen sie durch die lange Dunkelheit besonders viel Angst hatten, versuchten sie ihre Häuser und Höfe mit Amuletten, Räucherwerk und Beschwörungen zu schützen. Diese Rauhnächte waren für die Germanen deshalb „geweihte Nächte“, heilige Nächte.
Die Christen im germanischen Raum haben das Geheimnis der Geburt Jesu Christi in der damaligen Zeit am besten mit diesen bereits bekannten „geweihten Nächten“ ausdrücken können. Anselm Grün zieht daraus den Schluss: „Weil die Kirche ihre Weihnachtsbotschaft bewusst in die Angst der Germanen vor den Rauhnächten hineingesprochen hat, hat sie die germanische Seele tief berührt … Christus hat ihre Nacht verwandelt, da er als Licht die Nacht für immer erleuchtet.“ (aus: Wie wunderbar ist diese Nacht, 57ff)
Da sind wir wieder beim Zauber von Weihnachten: Man kann es bemängeln, dass in vielen Familien die Botschaft von Jesus Christus an Weihnachten keine große Rolle spielt.
Man kann es aber auch als eine Chance sehen: Vielleicht sind die Menschen gerade an diesem Fest besonders empfänglich für Themen und Fragen, die tiefer gehen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass unter den vielen die Weihnachten feiern, doch auch einige sind, die das offene Zeitfenster nutzen, um Dinge anders zu machen. Und vielleicht auch Gott in einer ganz neuen Weise zu begegnen.

Ansprache Teil II – Jetzt feiern wir erst recht Weihnachten!
Die Kraft der Weihnachtsgeschichte: Aus der Nachkriegszeit wird folgende Geschichte erzählt: Ein Mann erinnert sich an das erste Weihnachtsfest nach Ende des Krieges im Dezember 1945. Große Geschenke gab es nicht. Umso mehr waren es die vielen kleinen Dinge, die dem Fest eine geheimnisvolle Atmosphäre verliehen – schreibt er.
Für die Mutter war diese wunderbare Zeit der Lichter und Geheimnisse von dunklen Schatten und tiefem Bangen überdeckt. Noch immer hatte sie keine Nachricht von unserem Vater. Niemand wusste, ob er überhaupt noch lebte und ob er irgendwann aus der Gefangenschaft zurückkehren würde.
Schließlich wird es Heiligabend. Die Kinder rennen aufgeregt durch die Wohnung und warten darauf, dass sie endlich ins Weihnachtszimmer dürfen. Da klingelt der Postbote und bringt einige Briefe: Darunter die furchtbare Nachricht, dass der Vater in einem russischen Gefangenenlager erkrankt und bereits am 15. Oktober verstorben sei. Welch niederschmetternde Nachricht mitten hinein in die erwartungsvolle Freude auf das Fest. Die Kinder sitzen neben der Mutter in der Küche und lassen ihren Tränen freien Lauf.
Nach einer Weile fragt eines der Kinder: „Mama, fällt Weihnachten jetzt aus?“ Die Mutter stutzt, denkt einen Moment nach, gibt sich einen Ruck und sagt dann: „Nein, Kinder, jetzt feiern wir erst recht Weihnachten!“ (aus: Axel Kühner, Überlebensgeschichten, Seite 330)
Liebe Gemeinde, woher hat die Geschichte von der Geburt Jesu eine solche Kraft? Weshalb braucht Weihnachten nicht auszufallen, selbst wenn das Leben unsere Träume und Wünsche einmal durchkreuzt? Woher kommt dieses „Jetzt erst recht“?
Weil im Kind in der Krippe Gott selber auf diese Welt gekommen ist. Und weil Gott uns damit eine Hoffnung geschenkt hat, die weit über den Horizont unserer irdischen Welt hinausreicht.
Die Geburt im Stall war dabei ja nur der Anfang. Die Hauptsache kam erst noch: Am Kreuz hat sich Jesus für die Schuld der ganzen Welt geopfert. Und durch seine Auferstehung hat er die Macht sogar des Todes durchbrochen.
Daraus schöpft die Weihnachtsgeschichte ihre Kraft: Weihnachten war nur der Anfang. Um das Geheimnis von Weihnachten zu verstehen, muss man das gesamte Leben von Jesus in den Blick nehmen. Und deshalb haben viele große Maler bereits in ihre Darstellungen von Weihnachten ein Kreuz eingezeichnet.
„Jetzt feiern wir erst recht Weihnachten“: Wenn es an Weihnachten lediglich um die gemütliche Stimmung geht, dann haben wir schlagartig nichts mehr zu feiern, wenn etwas Schlimmes passiert ist.
Wenn es an Weihnachten nur um die Geschenke geht, dann ist die Stimmung gedrückt, wenn es mal weniger oder sogar gar keine Geschenke gibt.
Wenn es an Weihnachten ausschließlich um ein gemütliches und stimmungsvolles Familienfest geht, dann fällt Weihnachten tatsächlich aus, wenn der Familienfriede einmal empfindlich gestört ist.
Aber: Wenn Jesus Christus im Mittelpunkt steht, dann können wir auch dann noch Weihnachten feiern, wenn äußerlich manches nicht so gut läuft.
Eine ganze Reihe von Familien in unserer Gemeinde haben in den vergangenen Wochen einen lieben Menschen verloren. Sie werden Weihnachten in diesem Jahr vermutlich anders feiern als sonst. Aber Weihnachten muss dennoch nicht ausfallen, weil Gott uns eine ewige Hoffnung geschenkt hat.
Ich habe die Geschichte von jenem Weihnachtsfest im Winter 1945 in den vergangenen Wochen auch in meinen Gottesdiensten im Altenheim erzählt. Auch dort feiern die meisten Bewohner Weihnachten anders als früher: in diesem Jahr vielleicht zum allerersten Mal im Pflegeheim.
Aber Weihnachten muss dennoch auch für diese Menschen nicht ausfallen. Denn Gott hat uns seine Nähe versprochen – gerade auch in den schwierigen Zeiten des Lebens.
In der „heiligen Nacht“, als Jesus auf die Welt kam, ging es nicht besonders glanzvoll zu: Maria bekam ihr Kind in einem Stall zwischen Ochs und Esel. Immerhin hatte sie Windeln dabei, damit sie ihr Kind nicht auf das nackte Stroh legen musste. Der Sohn Gottes kam nicht in einem prächtigen Schloss auf die Welt, sondern in ärmlichsten Verhältnissen.
Der Apostel Paulus hat das Geheimnis von Weihnachten deshalb einmal so ausgedrückt: „Ihr wisst ja, was unser Herr Jesus Christus in seiner Liebe für euch getan hat: Er war reich und wurde doch arm, um euch durch seine Armut reich zu machen.“ (2. Korinther 8, 9)
Daraus schöpft die Weihnachtsgeschichte ihre Kraft: Im Vertrauen auf ihn schenkt er uns die Fülle der göttlichen Gnade: Wir können seine grenzenlose Liebe spüren. Wir dürfen unsere Sorgen und unsere Schuld bei ihm abladen. Er gibt uns Kraft, auch die Rätsel unseres Lebens auszuhalten. Er schenkt uns eine Hoffnung, die selbst der Tod nicht zerstören kann. Und und und …
Wenn er bei uns im Mittelpunkt steht, dann kann Weihnachten nicht ausfallen – egal was passieren sollte.
Ansprache Teil III – Gott will im Dunkeln wohnen
In einer Zeitschrift hat eine ältere Frau davon erzählt, dass sie ihre Kinder an Weihnachten nicht zum Essen einladen kann. Aber nicht, weil sie zerstritten wären, sondern weil sie schlicht kein Geld dafür hat. Es war der Frau abzuspüren, wie sehr sie das schmerzt: Wie gerne hätte sie ihren Kindern und Enkeln ein festliches Essen gekocht. Wie gerne hätte sie mehr angeboten als Tee und ein bisschen Gebäck. Wie gerne hätte sie ihren Enkeln richtig große Geschenke gemacht wie die andern auch.
Weihnachten ist leider auch das Fest, an dem manche Menschen ihre schwierige Situation besonders schmerzhaft spüren. Zumindest mehr als sonst das Jahr über. –
Vor wenigen Tagen erzählte mir ein Mann im mittleren Alter, dass er seit einiger Zeit gemeinsam mit seiner Frau im Tafelladen einkaufen muss. Er ist von Beruf Ingenieur und hat immer gut verdient. Doch durch längere Krankheitszeiten von ihm und seiner Frau und doch unverschuldetes Pech am Arbeitsplatz war plötzlich beides weg: die sichere Arbeitsstelle und die schöne Wohnung.
Seit Wochen müssen sie in Sozialwohnungen unterschiedlicher Kommunen unterkommen. Aber er hat dennoch die Lebensenergie nicht verloren: Er hat seine Frau dafür gelobt, wie kreativ sie aus seinen Einkäufen im Tafelladen ein leckeres Essen zubereiten kann.
In der Tafel sind die Preise zwar günstig, aber die Auswahl ist klein. Man muss nehmen, was man bekommt. Der Mann hat mir dann beschrieben, wie es ist, wenn er vom Einkaufen zurückkommt: Er würde nach der Rückkehr vom Einkaufen das Gemüse auf den Tisch legen, das er ergattern konnte. Und dann würden sie gemeinsam überlegen, welches Essen man daraus kochen kann. Seine Frau sei dabei immer besonders kreativ. –
An Weihnachten wird einem manchmal gerade auch der Mangel besonders bewusst. Dennoch muss das Weihnachtsfest auch für solche Menschen nicht ausfallen. Gott kam nicht in die Dunkelheit dieser Welt, um schlagartig alles Dunkle zu beseitigen. Wenn wir beten und auf Gott vertrauen, lösen sich unsere Schwierigkeiten nicht sofort in Luft auf.
Gott hat vielmehr in Christus ein Licht angezündet, damit wir in den Dunkelheiten des Lebens nicht verzweifeln müssen. In seinem Sohn kam der allmächtige Gott in die Dunkelheiten unseres Lebens. Aber nicht um sie wegzunehmen, sondern um sie zu erhellen. Um uns Kraft zu geben, das Dunkle in unserem Leben auszuhalten. Um uns Mut zu machen, trotz aller widrigen Umstände nicht zu verzweifeln.
Der Liederdichter Jochen Klepper hat diese Einsicht in seinem bekannten Adventslied wunderbar in Worte gefasst: „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.“ Auf Gott zu vertrauen, bedeutet nicht, dass alles Schwere mit einem Schlag beseitigt wäre. Nein: „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.“
In einer anderen Strophe dichtet er: „Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und –schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.“ (EG 16) Auch das gehört zum Realismus unseres Glaubens dazu: Gott kam nicht in diese Welt, um alles Schwere mit einem Schlag zu beseitigen.
Er ist vom Himmel in die Dunkelheiten des menschlichen Lebens herabgestiegen, damit wir in unserer Angst nicht allein sind. Damit wir einen Begleiter und Tröster haben – mitten in den Schwierigkeiten des Lebens.

Quelle: Pixabay - schuetz-mediendesign
Am Ende der Zeiten wird das einmal anders sein. Daran werden wir übernächste Woche durch die Jahreslosung für das Jahr 2026 erinnert: „Siehe, ich mache alles neu“, heißt es da. Das ist ein wunderbares Versprechen Gottes und eine wunderbare Hoffnung, die wir haben dürfen: „Siehe, ich mache alles neu“.
Aber das ist Zukunftsmusik, dass Gott alles neu machen wird. Unter den Bedingungen unseres Lebens hier und jetzt gelten noch andere Gesetze. Da müssen wir uns an das Wort von Jochen Klepper halten: „Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und –schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.“
Ich wünsche Ihnen, liebe Gemeinde, dass Sie die Kraft dieser Botschaft auch in diesem Jahr spüren. Amen.
Fürbittengebet & Vater Unser
Wir denken heute an alle, denen in diesen Tagen nicht zum Feiern zumute ist. Und wir denken an alle, denen das nötige Geld fehlt für ein üppiges Weihnachtsfest.
Großer Gott, öffne ihnen die Augen für das Geheimnis von Weihnachten jenseits alles Materiellen. Lenke ihren Blick auf den Schatz, den sie im Vertrauen auf dich finden können.
Wir denken heute an alle, deren Herz kalt geworden ist gegenüber der Not ihrer Mitmenschen; wir beten für alle, die ihre Hilfe versagen, obwohl sie helfen könnten:
Großer Gott, schenke uns allen die Bereitschaft, unsere Türen für andere zu öffnen. Schenke uns Mut, zu denen hinzugehen, die uns brauchen, bei ihnen anzuklopfen und unsere Hilfe anzubieten.
Wir denken an solche Menschen, die sich von anderen ausgeschlossen fühlen; wir denken an alle, die sich vielleicht auch selber immer mehr ein-geschlossen haben und nun nicht mehr herausfinden:
Großer Gott, zeige du ihnen einen Ausweg. Hilf doch, dass sich auf vielleicht unerwartete Weise Türen öffnen. Und schenke ihnen dann auch den Mut, durch diese offenen Türen hindurchzugehen.
Wir denken an alle, die im Streit miteinander leben: Geschwister, die sich entzweit haben; Ehepaare, die nicht mehr miteinander können; Eltern und Kinder, die sich überhaupt nicht mehr verstehen; Nachbarn, die sich feindlich gegenüberstehen:
Großer Gott, hilf doch, dass sich auch in solchen zerfahrenen Situationen Türen auftun. Schenke ihnen heilige Momente, in denen sie neue Schritte aufeinander zugehen können – hin zur Versöhnung.
Auch heute denken wir an den Krieg in der Ukraine: Er wütet nun schon so lange. Und ein Ende ist immer noch nicht in Sicht – trotz aller Bemühungen:
Großer Gott, bewege die Herzen derer, die den Krieg und das tägliche Töten zu verantworten haben. Wehre allen, die durch freche Lügen die Wahrheit verdrehen. Und sei bei allen, die an den schlimmen Folgen dieses Krieges zu leiden haben.
Vater Unser im Himmel …
Segen
Der Herr segne dich und behüte dich!
Der Herr blicke dich freundlich an und sei dir gnädig.
Der Herr wende sich dir in Liebe zu und gebe dir Frieden. Amen.
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Gott segne Sie! Ihr Theo Breisacher, Pfarrer in Staufen und Münstertal









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